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Buchvorstellung "Hallenberg 1935 - 1965", Das Tagebuch der Sophie Wilmsen
18.09.2006
Aus dem Rundblick vom15. September 2006:
 
Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung zur 775 Jahrfeier der Stadt Hallenberg wurde das neue Buch "Tagebuch der Sophia Wilm­sen, Hallenberg 1935 - 1965 vorgestellt.
Die Autorin Sophia Wilmsen wurde am 24.12.1894 in Hallenberg als Sophia Schlüter geboren. Deshalb war sie in Hallenberg auch immer "Schlüters Sophie". Ihr Vater war Sanitätsrat Dr. Heinrich Schlüter, der als Dichter des Hesbomer Kuckucksliedes bekannt geworden ist.
1943, im Alter von 49 Jahren, heiratete sie den 67-jährigen ver­witweten Bahnbeamten Heinrich Wilmsen, mit dem sie bis zu ihrem Tod am 19.08.1965 in ihrem Elternhaus in der Nuhnestraße 12 leb­te. Diese Sophie Wilmsen hat 30 Jahre lang, von 1935 bis kurz vor ihrem Tod, ein Tagebuch geführt und dabei zuverlässig fast jeden Tag die Geschehnisse um sie herum, die Ereignisse in ihrer Fami­lie, in ihrem Heimatort Hallenberg und in der großen weiten Welt aufgeschrieben. Am Ende füllten ihre Aufzeichnungen rd. 300 DIN-A 4 -Seiten. Darin ergeben sich etwa 2.500 Einzelnotizen. Es ist ein buntes Mosaik aus Privatgeschichten, familiären Ereignissen, von Besu­chen, Feiern, Ausflügen und Veränderungen in Haus und Garten, von Zeitgeschichte, der Deutschlandpolitik, der Kirche, der Weltpolitik, aber auch Boulevard-Themen, Regional- und vor allem Lokalgeschichte.
Die letzte Eintragung im Tagebuch datiert vom 14. April 1965. Am 19. August 1965 verstarb Sophia Wilmsen im Alter von 70 Jahren.
Nach ihrem Tod 1965 wurde dieses Tagebuch an Pastor Reker überge­ben, der es im Pfarrarchiv deponierte.Bis vor einem Jahr wurden im Rundblick häufig unter der Rubrik "Was geschah in Hallenberg" Auszüge aus dem Tagebuch der Sophie Wilmsen abgedruckt wurden. Die positiven Reaktionen auf diesen Artikel haben den Förderverein für Kultur, Brauchtum und Heimat­pflege ermutigt, das Buch im Ganzen herauszugeben. Herzlicher Dank gilt Herrn Pastor Graute, der das Originalmanuskript sowie zahlreiche Fotoalben aus dem Pfarrarchiv zur Verfügung gestellt hat. Und ein besonderer Dank gilt unserem Stadtarchivar Georg Glade, der die Hauptarbeit übernommen hat. Der gesamte Urtext musste überarbeitet werden.
Passagen mit allzu privatem Charakter wurden gekürzt, viele Noti­zen allgemeinpolitischer Natur ohne einen Lokalbezug wurden ge­strichen. Da, wo es sinnvoll erschien, wurden Hintergrundinforma­tionen und erläuternde Anmerkungen in den Text eingefügt.
Die Verfasserin hat in ihrem Buch auch zahlreiche Zeitungsaus­schnitte eingeklebt. Da diese aber kaum mit hinreichender Quali­tät zur reproduzieren sind, wurde auf eine Wiedergabe verzichtet. Statt dessen hat Georg Glade über 140 zeitgenössische Fotos und Abbildungen eingefügt, welche den Text illustrieren.

Im Interesse der besseren Lesbarkeit wurde das Buch in vier Ab­schnitte unterteilt:

  • 1935 bis 1938 Die Vorkriegsjahre
  • 1939 bis 1945 Der Zweite Weltkrieg
  • 1946 bis 1949 Auf dem Weg zur Bundesrepublik Deutschland und
  • 1950 bis 1965 Wiederaufbau und Wirtschaftswunderjahre.

Das Buch hat 252 Seiten mit 140 Fotos und kostet 20,- Euro. Es ist erhältlich bei der Stadtverwaltung, bei der Touristik GmbH, beim Bücherwurm und bei Lotto Rudolf.

Bürgermeister Kronauge dankte Stadtarchivar Glade für die gelei­stete Arbeit: "Nach Deinen Werken über die Hallenberger Juden, der Chronik des Burschenvereins und des SGV, nach den beiden Hal­lenberger Heimatbüchern und nach unzähligen Fachaufsätzen und Veröffentlichungen für die unterschiedlichsten Publikationen hast Du deinem literarischen Werk einen weiteren Höhepunkt beigefügt. Auch wenn der Inhalt von Schlüters Sophie stammt, so wird jeder der das Originalmanuskript mit dem jetzt vorliegenden Buch ver­gleicht feststellen wie viel Arbeit Du dir wieder gemacht hast. Entstanden ist ein Geschichtsbuch der anderen Art, ein Buch über Hallenberg und seine Menschen, ein Buch in dem sich viele Hallen­berger Familien wiederfinden. Ein Buch mit tollen Fotos ausge­sucht, die die damalige Zeit illustrieren.
Bürgermeister Kronauge: "Es ist ein Buch geworden, das viele Er­innerungen weckt, das nachdenklich macht, das einem oft zum schmunzeln bringt. Dieses Buch darf in keinem Hallenberger Bü­cherschrank fehlen."

Zum Dank für die geleistete Arbeit überreichte der Vorsitzende des Fördervereins für Kultur, Brauchtum und Heimatpflege, Michael Mause ein Präsent und an Frau Heike Glade einen Blumenstrauß.

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