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Addis-Abbeba. „Wie nur kann ich DANKE sagen?“ fragt mich Almaz Ezezew vor Tränen gerührt, als ich ihr
einen Umschlag mit Geld in die Hand drücke, der es der jungen Äthiopierin ermöglicht, ein
ganzes Jahr lang den Schulunterricht und eine warme Mahlzeit pro Tag für 80 Waisenkinder
zu bezahlen. „Gott schütze deine Gemeinde, die so großzügig für unser Projekt gespendet
hat!“
Bei der vorweihnachtlichen Spendenaktion in Liesen waren 2.445 Euro gesammelt worden,
die unter anderem dem Projekt von Almaz Ezezew zugute kamen.
Mehrere Jahre lang hatte Almaz als
Grundschullehrerin in Dukem gearbeitet, etwa 35 km
von Äthiopiens Hauptstadt Addis-Abeba entfernt.
Dukem ist ein Hauptknotenpunkt des Fernverkehrs
und weist eine besonders hohe Rate HIV-Infizierter
und an Aids erkrankter Menschen auf. Während ihrer
Arbeit als Lehrerin hatte Almaz schmerzlich erfahren
müssen, dass immer weniger Kinder zur Schule
kamen, weil deren Eltern sehr jung starben und die
Familien kein Geld mehr hatten, um die Kinder
weiterhin zur Schule zu schicken, geschweige denn
ausreichend mit Nahrung zu versorgen. In den
meisten Familien scheiterte es bereits an den 70 Birr
(etwa 5 Euro), die die Schuluniform der Kinder
kostet. Almaz fasste daraufhin den Entschluss, ihre
Stelle aufzugeben und stattdessen eine nichtstaatliche
Schule ohne Uniformpflicht zu gründen, die kostenlos
Unterricht und eine warme Mahlzeit pro Tag anbietet.
Mittlerweile gehen 80 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren in Almazs Schule - alle sind
Vollwaisen. Sie leben bei ihren Großeltern, bei Tanten, Onkeln oder Nachbarn und sind
vermutlich zum größten Teil seit ihrer
Geburt ebenfalls mit dem HI Virus
infiziert. Während gleichaltrige Kinder
in Deutschland morgens von Mama
und Papa mit dem Auto in den
Kindergarten gebracht und zum
Mittagessen wieder abgeholt werden,
laufen Almazs Kinder jeden Tag ein
paar Kilometer zur Schule, weil sie
dort lesen und schreiben lernen, etwas
zu essen bekommen und Almaz die
Kinder zum Arzt bringt, wenn sie
krank sind.
So unterschiedlich können Kinder
aufwachsen
Eure Spenden kamen für Almaz
und ihre Kinder genau zum
richtigen Zeitpunkt. Gerade war
das letzte Geld für den Bau von
zwei einfachen Toiletten
verwendet worden und es war
unklar, wie zukünftig die Lehrer
bezahlt und das Essen gekauft
werden sollte. Jetzt kann für
mindestens 1 Jahr der normale
Betrieb aufrecht erhalten werden
und vielleicht reicht das Geld
sogar für eine Strom- und
Wasserleitung.
Also wie können wir uns
wirklich für eure überwältigende
Hilfsbereitschaft und Solidarität
bedanken?
- Die Kinder rufen laut „THANK YOU!“ – das können sie sogar auf Englisch sagen.
Almaz sagt „IGZER YIST’ILLIN!“ („Dank sei Gott“ auf Amharisch).
Und ich hoffe, dass ich mich bei dem Ein oder Anderen bei meinem nächsten
Deutschlandbesuch noch einmal persönlich für die Spenden bedanken kann und vielleicht ein
bisschen mehr von Almaz und ihren Kindern erzählen kann.
Ein besonderes Dankeschön geht an den Musikverein Liesen, der den Erlös seines
Weihnachtskonzertes gespendet hat (1.000 €), an den Liesener Pfarrgemeinderat und die
Senioren für die großzügigen Spenden auf ihrer Weihnachtsfeier und beim Spielenachmittag
(insgesamt 350 €), an die Frauen der KFD (500 €) und an alle Privatpersonen, meine Familie
und Freunde für ihre generöse Unterstützung!
Mit herzlichen Grüßen aus Äthiopien, Eure Esther Scharf
Homepage des Deutschen Entwicklungsdienstes
Berichte zum Weihnachtskonzert der Liesetaler: Vorbericht / Nachbericht
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