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Hallenberg bekommt ein Naturfreibad
17.03.2008

Hallenberg. Die Grundsatzentscheidung steht: Die Stadt soll ein Natur-Freibad bekommen. Ein Planungsauftrag wurde noch nicht vergeben, aber der Rat hat sich am Mittwoch generell für die Naturvariante ausgesprochen.

Das in den 30er Jahren erbaute und seit 2006 wegen Baufälligkeit geschlossene Freibad ist marode, die Technik veraltet, die Betriebskosten sind zu hoch. Um die Einrichtung wieder vernünftig ans Laufen zu bringen, hatten bereits mehrere Fachfirmen Angebote gemacht. Kostenpunkt: 1,5 Mio. Euro. Zu teuer. Eine „Sonder-Einsatzgruppe Freibad” hat sich mehrere Bäder angeschaut um kam dabei auf die Idee Naturbad.

Stefans Bruns und Heiko Frehse vom Ingenieurbüro Polyplan aus Bremen stellten den Stadtvertretern und etwa 30 Bürgern am Mittwochabend im „Kump” ihre Machbarkeitsstudie für ein Naturbad in Hallenberg vor. Sollten die Pläne umgesetzt werden, kämen auf die Stadt 580 000 Euro an Eigenmitteln zu. Die beiden Ingenieure hatten Kosten von insgesamt 901 000 Euro errechnet. Darin enthaltene 143 000 Euro Mehrwertsteuer bekäme die Kommune erstattet, 100 000 Euro sind noch im Leader+-Topf, aus dem Medebach und Hallenberg in der ersten Leader-Runde für mehrere Projekte bedacht worden waren. (Dieses Geld gäbe es übrigens nicht für eine Sanierung des alten Bades.) Und mindestens 82 000 Euro rechnet Bürgermeister Kronauge an Eigenleistungen. Somit blieben für Hallenberg 580000 Euro. Die Planer gehen von einer Nennbesucherzahl von 600 Badegästen pro Tag aus. Die jährlichen Betriebskosten (Personal außen vorgelassen) lägen bei 63 000 Euro. An Einnahmen werden 45 000 zu Grunde gelegt, so dass die Stadt jährlich 18 000 Euro zuschießen müsste. Die Kosten bei dem alten Bad waren um ein Vielfaches höher.

Das "Keine Frösche Naturbad"

- bedeutet nicht Schwimmen zwischen Fröschen und Algen. Das Bad (Beckenränder aus Spezialfolie) wird mit Wasser gespeist, das aus einem noch zu bohrenden Brunnen gewonnen wird. Wichtig: Das Wasser wird nicht gechlort, muss aber dennoch aufbereitet werden. Im sogenannten Neptunfilter wird es gleichmäßig über Pralldüsen auf einer Granulatfläche verregnet und mit Sauerstoff angereichert. Parallel dazu gibt es einen Nassfilter, bei dem Pflanzen zur Wasserreinigung beitragen. Zweiter wichtiger Aspekt: das Naturbad wird in der Regel nicht beheizt, das spart Kosten, kann in unseren Breiten aber auch eine kühle Angelegenheit werden. Eine Beheizung soll aber als Option offen gehalten werden.

Der von der Firma Polyplan vorgestellte Entwurf für das neue Naturfreibad in Hallenberg
Der von der Firma Polyplan vorgestellte Entwurf für das neue Naturfreibad in Hallenberg

Auch optisch würde das Naturbad anders als die jetzige blau-geflieste Variante aussehen. Mindestens drei 25-Meter-Schwimmbahnen sind vorgesehen, ein Nichtschwimmer, ein separater Kleinkindbereich, ein kleiner Sandstrand. Der Turm würde einem Sprungberg aus Natursteinblöcken weichen und großzügige Holzsteganlagen setzen nicht nur optische Akzente. Außerdem ist angedacht, das Bad zum Flussufer der Nuhne zu öffnen und das bewegte Wasser durch Stegplattform und Wasser-Spielplatz erlebbar zu machen. Für die Öffnung zur Nuhne hin sind hohe Zuschüsse in Sicht. „Ich sehe in diesem Vorschlag einen guten und praktikablen Weg, um wieder ein Freibad für unsere Stadt hinzukriegen”, sagte Bürgermeister Michael Kronauge. CDU-Fraktionsvorsitzender Alfons Dielenhein hielt nicht zuletzt die Reduzierung der Betriebskosten für ein schlagendes Pro-Argument. Markus Berkenkopf (BfH) regte an, nach weiteren EU-Mitteln Auschau zu halten. Man sei zwar generell für ein Freibad, sehe aber für eine Zustimmung noch zu viele Unwägbarkeiten. Noch gestern hat Bürgermeister Kronauge den Antrag für die Leader-Mittel gestellt. Über die Vergabe eines Planungsauftrags will der Rat in der nächsten Sitzung entscheiden.

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