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Hallenberg. Die Grundsatzentscheidung steht: Die Stadt soll ein
Natur-Freibad bekommen. Ein Planungsauftrag wurde noch nicht vergeben,
aber der Rat hat sich am Mittwoch generell für die Naturvariante
ausgesprochen.
Das in den 30er Jahren erbaute und seit 2006 wegen Baufälligkeit geschlossene Freibad ist
marode, die Technik veraltet, die Betriebskosten sind zu hoch. Um die
Einrichtung wieder vernünftig ans Laufen zu bringen, hatten bereits mehrere
Fachfirmen Angebote gemacht. Kostenpunkt: 1,5 Mio. Euro. Zu teuer. Eine
„Sonder-Einsatzgruppe Freibad” hat sich mehrere Bäder angeschaut um kam
dabei auf die Idee Naturbad.
Stefans Bruns und Heiko Frehse vom Ingenieurbüro Polyplan aus Bremen
stellten den Stadtvertretern und etwa 30 Bürgern am Mittwochabend im
„Kump” ihre Machbarkeitsstudie für ein Naturbad in Hallenberg vor.
Sollten die Pläne umgesetzt werden, kämen auf die Stadt 580 000 Euro an
Eigenmitteln zu. Die beiden Ingenieure hatten Kosten von insgesamt 901
000 Euro errechnet. Darin enthaltene 143 000 Euro Mehrwertsteuer bekäme
die Kommune erstattet, 100 000 Euro sind noch im Leader+-Topf, aus dem
Medebach und Hallenberg in der ersten Leader-Runde für mehrere Projekte
bedacht worden waren. (Dieses Geld gäbe es übrigens nicht für eine
Sanierung des alten Bades.) Und mindestens 82 000 Euro rechnet
Bürgermeister Kronauge an Eigenleistungen. Somit blieben für Hallenberg
580000 Euro. Die Planer gehen von einer Nennbesucherzahl von 600
Badegästen pro Tag aus. Die jährlichen Betriebskosten (Personal außen
vorgelassen) lägen bei 63 000 Euro. An Einnahmen werden 45 000 zu
Grunde gelegt, so dass die Stadt jährlich 18 000 Euro zuschießen
müsste. Die Kosten bei dem alten Bad waren um ein Vielfaches höher.
Das "Keine Frösche Naturbad"
- bedeutet nicht Schwimmen zwischen Fröschen
und Algen. Das Bad (Beckenränder aus Spezialfolie) wird mit Wasser
gespeist, das aus einem noch zu bohrenden Brunnen gewonnen wird.
Wichtig: Das Wasser wird nicht gechlort, muss aber dennoch aufbereitet
werden. Im sogenannten Neptunfilter wird es gleichmäßig über Pralldüsen
auf einer Granulatfläche verregnet und mit Sauerstoff angereichert.
Parallel dazu gibt es einen Nassfilter, bei dem Pflanzen zur
Wasserreinigung beitragen. Zweiter wichtiger Aspekt: das Naturbad wird
in der Regel nicht beheizt, das spart Kosten, kann in unseren Breiten
aber auch eine kühle Angelegenheit werden. Eine Beheizung soll aber als
Option offen gehalten werden.

Der von der Firma Polyplan vorgestellte Entwurf für das neue
Naturfreibad in Hallenberg
Auch optisch würde das Naturbad anders
als die jetzige blau-geflieste Variante aussehen. Mindestens drei
25-Meter-Schwimmbahnen sind vorgesehen, ein Nichtschwimmer, ein
separater Kleinkindbereich, ein kleiner Sandstrand. Der Turm würde
einem Sprungberg aus Natursteinblöcken weichen und großzügige
Holzsteganlagen setzen nicht nur optische Akzente. Außerdem ist
angedacht, das Bad zum Flussufer der Nuhne zu öffnen und das bewegte
Wasser durch Stegplattform und Wasser-Spielplatz erlebbar zu machen.
Für die Öffnung zur Nuhne hin sind hohe Zuschüsse in Sicht. „Ich sehe
in diesem Vorschlag einen guten und praktikablen Weg, um wieder ein
Freibad für unsere Stadt hinzukriegen”, sagte Bürgermeister Michael
Kronauge. CDU-Fraktionsvorsitzender Alfons Dielenhein hielt nicht
zuletzt die Reduzierung der Betriebskosten für ein schlagendes
Pro-Argument. Markus Berkenkopf (BfH) regte an, nach weiteren
EU-Mitteln Auschau zu halten. Man sei zwar generell für ein Freibad,
sehe aber für eine Zustimmung noch zu viele Unwägbarkeiten. Noch
gestern hat Bürgermeister Kronauge den Antrag für die Leader-Mittel
gestellt. Über die Vergabe eines Planungsauftrags will der Rat in der
nächsten Sitzung entscheiden.
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