|
Nachbericht 22. Internationaler Hochsauerlandmarsch |
|
17.03.2005 |
Arnsberg / Liesen / Hallenberg. „Der Marsch war eine super runde Sache!“, meinte Oberleutnant Markus Egerer vom Gebirgspionierbataillon 8 in Brannenburg am Inn, nachdem er die Ziellinie nach ca. sechs Stunden mit seiner Mannschaft überquerte. Einer seiner Kameraden fragte noch voller Euphorie: „Wo geht es hier wieder zum Start?“ Ob Oberleutnant Egerer mit seiner Gruppe gewonnen hatte konnte jetzt noch nicht gesagt werden.
Das Gebirgspionierbataillon 8 nahm am 12. März 2005 neben 89 Mannschaften (pro Mannschaft vier Wettkämpfer mit je 7,5 kg Gepäck) an dem jährlich stattfinden Hochsauerlandmarsch in Liesen / Hallenberg teil. Aktive Soldaten und Reservisten aus dem In- und Ausland haben ihr Können unter Beweis gestellt. Folgende internationale Soldaten waren auf dem internationalen Vielseitigkeitswettkampf vertreten: aus Dänemark, Holland, Schweiz, Italien, Amerika und Belgien.
Am Tage zuvor waren schon 50 Mannschaften angereist. Die an der traditionellen Kranzniederlegung durch den Kommandeur im Verteidigungsbezirk 34 Oberst Folker Spangenberg am Ehrenmal in Liesen teilnahmen. Man gedachte der gefallenen Soldaten beider Weltkriege und den Soldaten, die bei Auslandseinsätzen ihr Leben gelassen haben.
Der örtliche Pfarrer Graute sprach das Friedensgebet der Vereinten Nationen.
Das Verteidigungsbezirkskommando 34 (VBK 34) in Arnsberg und die Reservistenkameradschaft Liesen (RK Liesen) richten diesen militärischen Wettkampf seit über 20 Jahren aus. Der traditionsreiche Marsch zeichnet sich besonders durch hohe Anforderungen an die Teilnehmer aus. Die Marschstrecke ist äußerst anspruchsvoll und bei feuchtem – nassem Wetter besonders schwierig. Auf der hügeligen Marschstrecke von knapp 15 Kilometern warteten einige Höhenmeter und Sonderaufgaben auf die Wettkämpfer.
Die ersten drei Sonderaufgaben gab es schon am Start. Dort mussten die Wettkämpfer zwölf sicherheitspolitische Fragen beantworten, Panzer- und Luftfahrzeugerkennung, nach dem Koordinaten- und Bezugspunktverfahren ihren Patrouillenweg zur nächsten Station herausfinden. Nun ging es auf die Marschstrecke. Die durch den in der Nacht frisch gefallen Schnee nicht gerade ein Zuckerschlecken war. An vielen Stellen war der Schnee kniehoch. Die zweite Station war das überqueren der Hindernisbahn. Mit vereinten Kräften wurde dieses von den Gruppen gemeistert. Aber das High - Light wartete an der dritten Sonderaufgabe: die Rollenbahn. Hier mussten die Teilnehmer an einem ca. 100 Meter langen Stahlseil
40 Höhenmeter überwinden. Wer bei der Landung nicht mitlief lag unwillkürlich im Schlamm. Einige der Soldaten fanden die Fahrt am Seil wäre viel zu kurz. Aber die nächste Aufgabe wartete schon nach einem kurzen Eilmarsch auf sie. Welche und wie viele Minen und Munitionsteile lagen in dem vor ihnen liegendem Gelände? Nun zur Sanitätsausbildung.
Was muss ich tun, wenn ich eine bewusstlose Person vorfinde? Des weiteren musste (auf Zeit) eine Trage gebaut werden, die mit einem Dummy von ca. 50 kg bestückt über einen 400 Meter langen Rundkurs transportiert wurde. Nach einem Orientierungsmarsch mit Hilfe einer Luftbildaufnahme ging es zum Schießen im freien Gelände. Aber erst mussten vier Fragen zu den Rules of Engagement beantwortet werden. Es waren nur noch zwei Kilometer bis zum Ziel, die hatten es aber in sich. Im Eilmarsch wurden auf dieser Strecke 150 Höhenmeter überwunden werden.
„Dieser Marsch war sehr abwechselungsreich. Die Rollenbahn war bombastisch!“, meinte Oberfeldwebel Matthias Thalmayer von der Flugabwehrraketengruppe 15 in Leipheim. „Nur im letzten Teilabschnitt muss man die Zähne zusammen beißen!“, fügte er noch an. Eine gemischte Wettkampfgruppe bestehend aus zwei aktiven Soldaten und zwei Reservisten: Oberleutnant Friedhoff, Dietmar, Oberfeldwebel Marco Helmer (beide Panzerbataillon 203 aus Hemer) und Stabsunteroffizier d. Res. Jörg Gilberg, Obergefreiter d. Res. Roland Fels (beide Reservistenkameradschaft Möhnesee) sagten: „Wir waren ein Team. Der Marsch fand unter realen Bedingungen statt. Wir hatten alles, Sonne, Schneetreiben und teilweise Regen.“ Die zwei dänischen Mannschaften waren total überrascht. „Unter solchen Bedingungen haben wir noch an keinem Wettkampf teilgenommen. Soviel Schnee und so ein Gelände kennen wir gar nicht. Es war eine große Erfahrung teilgenommen zu haben.“, sagten sie am Ziel dem Fernsehteam vom Westdeutschen Rundfunk.
 Nach der Auswertung der Einzelergebnisse konnte Oberst Folker Spangenberg zur Siegerehrung übergehen.
Der Gesamtsieger des diesjährigen 22. Hochsauerlandmarsches kommt aus der
Luftlandebrigade 31, Oldenburg mit folgenden Wettkampfteilnehmern:
- Oberstleutnant Achim Fahl
- Oberstleutnant Eric Stangl
- Kapitänleutnant Arne Krüger
- Major Rainer Simon
Den zweiten und dritten Platz belegte die Reservistenkameradschaft Kreisgruppe Höxter / Paderborn
und die Reservistenkameradschaft Marbach, I. Gruppe.
Damit der Marsch mit dem 360 Wettkämpfer reibungslos ablief waren 160 Funktioner im Einsatz. Dieses kamen vom Technischen Hilfswerk Hesborn, Malteser Hilfsdienst Arnsberg, Feuerwehr Liesen, RK Brilon, Erwitte, Hünsborn, dem VBK 34 aus Arnsberg,
das EloKaBtl 932 aus Frankenberg, das Leitende Sanitätszentrum 210 und dem Verband der Reservisten der Bundeswehr Bezirksgruppe Arnsberg.
„Ohne diese zivile – militärische Zusammenarbeit könne dieser Hochsauerlandmarsch nicht stattfinden!“, sagte Oberst Folker Spangenberg und bedankte sich nach der Siegerehrung bei allen Unterstützern.
Ein positives Fazit zog auch der Vorsitzende der RK Liesen, Unteroffizier d. Res. Dirk Oberliesen: „ Es war eine runde Sache. Da ich erst im Februar 2005 den Vorsitz in der RK übernommen habe, hat der alte Vorstand unter Führung des Hauptgefreiten d. Res. Herbert Bleich bei der Planung und Vorbereitung mitgeholfen. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr genauso gut läuft und wir auch weiterhin auf die Unterstützung der zivilen und militärischen Organisationen bauen können. Ohne sie kann dieser Marsch nicht durchgeführt werden.“
Weitere Informationen, Bilder, Ergebnislisten und vieles mehr finden Sie unter http://www.hochsauerlandmarsch.de.
|
|
Informationen
rund um das Jubiläumsjahr:
Veranstaltungen,
Aktuelles
aus den Gremien des
Festausschusses,
Fotos und vieles mehr!
700.liesen-hsk.de
|
| |